Systemkameras: Vorteile, Nachteile & Kaufempfehlung 2019

Aktualisiert: von Robert

Systemkameras

Spiegellose Systemkameras erobern seit Jahren den Kameramarkt. Egal ob mit MFT, APS-C oder Vollformat-Sensor – es sind genügend Modelle für jeden Einsatzzweck vorhanden. Gegenüber einer klassischen Spiegelreflexkamera bietet eine Systemkamera einige Vorteile aber auch ein paar (kleine) Nachteile. Dennoch würde ich im Jahr 2019 eher zum Kauf einer spiegellosen Systemkamera raten, als zu einer DSLR.  Außerdem zeige ich dir noch meine TOP Kaufempfehlungen für 2019.

Was ist eine Systemkamera?

Spiegellose Systemkameras sind Kameras mit einem Wechselobjektivsystem und einem großen Kamerasensor (z.B. MFT, APS-C oder Vollformat). Man bekommt also die Funktionalität und Bildqualität einer klassischen Spiegelreflexkamera in einem deutlich kompakteren Gehäuse.

sony a6300
Sony Alpha 6300 – eine der derzeit beliebtesten Systemkameras. Ohne Objektiv ist sie kaum größer als eine Kompaktkamera

Wenn man von einer Systemkamera spricht, meint man in der Regel eine spiegellose Systemkamera. Streng genommen ist auch eine DSLR eine Systemkamera (aufgrund des Wechselobjektivsystems) nur eben MIT Schwenkspiegel und deswegen auch deutlich weniger kompakt gebaut.

Wenn ich in diesem Beitrag von Systemkameras spreche, dann beziehe ich mich ausschließlich auf spiegellose Systemkameras.

Die Vorteile von Systemkameras

Vorteile von Systemkameras

Kommen wir jetzt aber zu den 4 Vorteilen von Systemkameras gegenüber klassischen Spiegelreflexkameras:

1. Kompakte Bauart

Mit einem Pancake-Objektiv oder einem kompakten Kit-Objektiv passen die meisten Modelle sogar in die Jackentasche. Vor allem Systemkameras mit MFT-Sensoren sind meist extrem kompakt. Meine APS-C Systemkamera Sony Alpha 6300* habe ich tatsächlich das eine oder andere Mal einfach in der Jackentasche transportiert.

2. Geschwindigkeit

Die Serienbildgeschwindigeit ist bei Systemkameras oft höher als bei vielen klassischen DSLRs. Die Sony A6500 schafft z.B. über 11Bilder pro Sekunde.

Auch im Bereich Autofokus ist eine Systemkamera in der Regel einer Spiegelreflex überlegen. Der Autofokus der Sony A6000 wurde damals als der „schnellste Autofokus der Welt“ beworben. Natürlich ist der Autofokus aber auch vom verwendeten Objektiv abhängig.

3. Vorreiter im (4K-) Videobereich

Systemkameras waren und sind Vorreiter im Videobereich. Gerade im 4K-Videobereich kommen die klassischen DSLR-Kameras nur langsam hinterher. Canon scheint diesen Trend lange Zeit gänzlich verschlafen zu haben.

Gerade Systemkameras aus dem MFT-Bereich (Micro Four Thirds) haben den 4K-Videobereich lange dominiert. Erwähnenswert hierbei ist sicherlich die Panasonic GH5* die mit DUAL IS Bildstabilisator sowie 4k Videomodus (60p) als eine der besten Systemkameras im Videobereich gilt. Aber auch die Sony Alpha Systemkameras bieten diesbezüglich so einiges. Neben einem ordentlichen 4K-Videomodus und diverse Features wie z.B. S-Log verfügt die Sony A6500 auch über einen integrierten 5-Achsen Bildstabilisator.

4. OLED Sucher

Hier muss man fairerweise aber Anmerken, dass nicht jede Systemkamera über einen Sucher verfügt. Bei manchen Modellen (zB.: aus der Canon M-Mount Reihe) muss der Sucher optional dazugekauft werden.

Die immer höher auflösenden OLED-Sucher bieten gegenüber einem herkömmlichen Sucher diverse Vorteile. Aktuelle Einstellungen können einfach im Sucherbild eingeblendet werden. Im Grunde kann im OLED-Sucher alles angezeigt werden, was auch im gewöhnlichen Live-View Mode möglich ist. Auch die Bildkontrolle kann direkt im Sucher angezeigt werden – ein großer Vorteil, wenn das Display aufgrund von Sonneneinstrahlung nicht ablesbar ist.

Führt man z.B. eine Belichtungskorrektur durch (+/- X Blendenstufen), sieht man das Ergebnis bereits vorab im Sucher. Also bevor man auf den Auslöser drückt. Ganz nach dem Motto – „what you see is what you get“

Die Nachteile von Systemkameras

Keine Frage – Systemkameras sind mit modernster Technik ausgestattet. Das bedeutet aber nicht unbedingt, dass sie einer klassischen Spiegelreflex immer absolut überlegen wären. Denn die etablierte und immer weiterentwickelte Technik einer klassischen DSLR-Kamera bietet durchaus ebenso Vorteile.

Anders formuliert: Eine Systemkamera hat auch gewisse Nachteile gegenüber einer klassischen Spiegelreflexkamera und auch die möchte ich hier nicht verschweigen.

An dieser Stelle möchte ich darauf hinweisen, dass ich weder FÜR noch GEGEN eine DSLR/Systemkamera argumentiere. Ich selber nutze derzeit (noch) beide Systeme.

systemkameras nachteile gegenüber dslr

1. Zu kompakt?

Objektiv betrachtet ist die kompakte Bauart von Systemkameras natürlich ein Vorteil. Allerdings habe ich das Argument schon oft gehört, dass Leute mit großen Händen die größere Bauart von Spiegelreflexkameras bevorzugen. Für diese Personen ist die kompakte Bauart also eher ein Nachteil und genau deswegen möchte ich diesen Punkt auch hier anführen.

Ich persönlich habe diese Erfahrung nicht gemacht, allerdings habe ich auch eher kleine Hände.

2. Objektive – Preis Leistung und Fremdhersteller

ObjektiveDas Objektivangebot von klassischen DSLRs wie etwa Nikon und Canon ist (zurzeit) noch größer. Auch das Angebot von Fremdherstellern wie Sigma, Tamron, etc.

Aber nicht nur das Angebot ist größer, sondern es gibt auch mehr gute Objektive zu mit einem sehr guten Preis-Leistungsverhältnis.

Zwar kann man DSLR-Objektive auch mittels Adapter an diversen Systemkameras nutzen, allerdings geht dires meist mit Geschwindigkeitseinbußen beim Autofokus einher. Außerdem wird der Vorteil der kompakten Bauart von Systemkameras dadurch auch wieder ein wenig eliminiert.

Keine Frage – die Adapter sind eine gute Sache, ganz kompensieren können sie das geringere Objektivangebot aber meiner Meinung nach nicht. Da aber die Nutzung von Systemkameras seit Jahren exponentiell ansteigt, wird sich dieser Nachteil in naher Zukunft einfach auflösen. Immer mehr Objektive werden für die kompakten Wechselobjekivkameras entwickelt – auch von Fremdherstellern. Vorreiter hierbei sind sicher Sigma mit ihrer Objektiven für Sony E-Mount.

3. Objektive – Gebrauchtmarkt

Auch der Gebrauchtmarkt für Objektive ist bei klassischen DSLRs deutlich größer als bei Systemkameras. Dazu kommt noch, dass derzeit viele Fotografen von DSLRs auf Systemkameras umsteigen, was das Angebot zusätzlich erhöht und für noch günstigere Preise sorgt.

4. Sucher

Die immer höher auflösenden OLED-Sucher habe ich bereits bei den Vorteilen von Systemkameras gegenüber DSLRs als aufgelistet.

Aber…

Nicht alle Systemkameras verfügen über einen Sucher. Bei manchen Modellen muss dieser als „Upgrade“ dazugekauft werden. Dies ist z.B. bei einigen Modellen der EOS M-Serie der Fall. Klassische DSLR Kameras verfügen immer über einen optischen Sucher. Außerdem bevorzugen einige Fotografen nach wie vor einen optischen Sucher gegenüber einem OLED-Sucher.

5. Überhitzungsprobleme

Vor allem Sport- und Actionfotografen haben schon öfters von Überhitzungsproblemen bei Systemkameras berichtet. Auch im Videomodus werden die Kameras oft heiß. Gerade bei hohen Temperaturen (z.B. im Sommer) tritt diese Problem gelegentlich auf.

In vielen Fällen schaltet sich die Systemkamera dann selbstständig aus und man muss eine gewisse Zeit warten, bis sie wieder einsatzbereit ist. Bei einem Shooting ohne Backup-Kamera natürlich ein kleiner Supergau.

systemkameras überhitzen
An heissen Sommertagen können Systemkameras schon mal überhitzen. In den meisten Fällen liegt es aber nicht an den Models ;-)

Warum ist das so? Und warum wird bei klassischen DSLRs kaum von Überhitzungsproblemen gesprochen?

Aufgrund des Spiegels in der Kamera und der weniger kompakten Bauaart haben klassische DSLRs mehr freien Raum. Dadurch kann Wärme die im Betrieb entsteht besser/schneller entweichen. Systemkameras sind kompakter gebaut und neigen daher eher zur Überhitzung als Spiegelreflexkameras.

6. Akkulaufzeit

Moderne Technik, Live View und vor allem OLED-Sucher fressen viel Strom. Gleichzeitig sind die Akkus von Systemkameras aufgrund der kompakten Bauart kleiner als jene von DSLRs. Unterm Strich muss man bei einer Systemkamera also häufiger den Akku wechseln, als bei einer DSLR.

In meinen Augen ist die geringere Akkulaufzeit von Systemkameras gegenüber DSLRs nur ein kleiner Nachteil, da man ja einfach mehrere Akkus mitführen kann.

Welche Systemkamera 2019 kaufen?

Eines gleich vorweggenommen: Gerade bei Systemkameras lohnt es sich in den meisten Fällen auf Top-Modelle der letzten Jahre zurückzugreifen. Hier kann man einiges an Geld sparen und bekommt dennoch eine Funktionalität und Sensor-Technik, die den aktuellen Top-Modellen kaum nachsteht.

Bevor man sich für das eigentliche Modell entscheidet, sollte man sich aber überlegen in welche Sensorgröße man einsteigen möchte:

  • MFT (Micro Four Thirds)
  • APS-C
  • Vollformat

Mehr Infos dazu habe ich bei den folgenden Kaufempfehlungen für dich:

Kaufempfehlung: MFT-Systemkameras

MFT ist die kleinste Sensorgröße im Vergleich. Dennoch sind MFT Sensoren um ein vielfaches größer, als Kamerasensorgen in Kompaktkameras oder Smartphones. Außerdem ist das Objektivangebot für MFT-Systemkameras wirklich sehr gut! Die großen Player sind hierbei die Hersteller von Olympus und Panasonic!

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Kaufempfehlung: APS-C Systemkameras

Langezeit hat Sony den Markt der APS-C Systemkameras dominiert. Auch ich benutze eine Sony A6300 und bin wirklich sehr zufrieden! Aber auch Canon und Fujifilm mischen am APS-C Systemkameramarkt mit.

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Kaufempfehlung: Vollformat Systemkameras

Auch hier hat Sony eine Vormachtstellung. Nikon und Canon sind erst vor kurzem in den Vollformat-Systemkameramarkt eingestiegen. Meine Empfehlungen kommen derzeit nur aus dem Sony-Lager, da diese Kameras schon seit Jahren etabliert sind:

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Ein Ausblick in die Zukunft

Ich persönlich nutze derzeit (noch) DSLR und Systemkamera parallel – je nach Einsatzzweck. Generell bin ich aber von Systemkameras sehr begeistert. Die Sony A6000 war mein Einstieg in die Welt der spiegellosen Kamerasysteme. Derzeit fotografiere ich mit einer Sony A6300. Interessant ist auch die im Jänner 2019 erschienene Sony Alpha 6400 mit Klappdisplay.

Das derzeit größte Problem sehe ich noch im Angebot und Preis-Leistungsverhältnis des Objektivmarktes (vor allem bei Systemkameras mit APS-C und Vollformat Sensoren). Ich glaube aber, dass sich in Naher Zukunft die Situation aber deutlich bessern wird und mehrere preiswerte „Prosumer“-Objektive auf den Markt kommen. Gerade Sigma leistet hier schon gute Dienste. Erwähnen möchte ich an dieser Stelle das relativ neue Sigma 30mm 1.4 für Sony E-Mount*. Hier stimmen die Qualität und der Preis. Das Objektiv ist auch für MFT verfügbar.

Andere Probleme bzw. Nachteile werden mit der Zeit sicherlich auch eliminiert werden. Gegen Überhitzungsprobleme könnten zum Beispiel „Heat-Pipes“ integriert werden, welche die warme Luft nach außen leiten.

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Kategorien Kameras

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3 Gedanken zu “Systemkameras: Vorteile, Nachteile & Kaufempfehlung 2019”

  1. Die Systemkameras sind nicht nur zu klein, auch bei normalen Händen, sondern ihre meistens lichtschwachen Teleobjektive, die meistens noch teurer sind als die bei den Spiegelreflexkameras sind dann in Verbindung Objektiv und Kamera zu kopflastig. Die zu kleinen Durchmesser der Objektive bestätigen immer noch die alte Regel vom wenigen Licht bei kleinem Durchmesser. Nein besser als Mäusekino sind sie alle mal, aber das digitale kann eben nicht alles hinbiegen, was eine Lichtschwäche bringt . . .

    • Hallo und danke für dein Kommentar! Ja den Punkt mit den kleinen Bedienelementen habe ich im Beitrag bereits erwähnt. Ich persönlich habe eher kleine Hände und komme mit meiner A6300 wirklich perfekt zurecht. Aber bei großen Händen wirds sicher etwas „fummelig“.
      Der Punkt, dass große und vor allem schwere Objektive das Gewichtsverhältnis negativ („Kopflastig“) beeinflussen ist ein guter Einwand, den ich im Text noch ergänzen werde!
      Und ja natürlich ist dein Einwand bezüglich Objektivauswahl (speziell lichtstarke Teles) absolut gerechtfertigt. Bin darauf eher allgmein bezüglich Objektivauswahl eingegangen.
      Schöne Grüße aus Salzburg.

  2. Hallo,
    ich kann es nicht verstehen, Sony Kamera. Von Sensor und Farbwiedergabe ist
    Fujifilm Kamera viel intensiver und schöner. Nehmt doch mal die Kameras in die
    Hand … der Unterschied Sony zu Fuji da liegen Welten dazwischen. Fuji einfach nur
    sehr hoch wertig. Von den Einstellungsmöglichkeiten ist Fuji um Welten besser.
    Gruss Paul

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