HDR Fotografie: Meine 10 besten Tipps für perfekte HDR-Bilder

HDR-Fotografie Tipps

Geht es euch auch so? Also ich kann bei guten HDR-Bildern einfach nicht wegsehen! Egal ob Belichtungsoptimierung oder kreatives Stilmittel: High Dynamic Range erweitert die fotografischen Möglichkeiten enorm. Auch ich nutze die HDR-Technik sehr gerne- wenn auch nicht mehr so oft wie früher.

Ein gutes HDR-Bild entsteht jedoch (leider) nicht einfach so nebenbei! Auch wenn uns das die Kameraindustrie mit ihren unkomplizierten HDR-Motivprogrammen gerne glauben lassen will!

Deshalb verrate ich dir in diesem Beitrag meine 10 besten Tipps zum Thema HDR-Fotografie.

panorama in hdr

Es klingt ja eigentlich so einfach! Man macht eine deckungsgleiche Belichtungsreihe aus drei (oder mehreren) Aufnahmen. Diese fügt man dann in einem HDR-Programm zu einem HDR-Bild zusammen. Und fertig. War doch nicht so schwer, oder?

Naja- ganz so einfach ist es dann doch wieder nicht! Es gibt viele potentielle Stolperfallen. Dies liegt allerdings in der Natur der Sache! Bis zum fertigen HDR-Bild sind mehrere Schritte nötig. Erstellen der Belichtungsreihe, erstellen des HDR-Bildes, der Tone-Mapping Prozess, das Post-Processing… Bei jedem dieser Schritte kann man so einiges falsch (und natürlich auch richtig) machen.

Aber bleiben wir auf den Boden – HDR ist (trotz aller Tücken) schließlich keine Raketenwissenschaft. Mit folgenden 10 Tipps und Tricks gelingen gute HDR-Bilder mit Sicherheit!

 

1. Verwende nicht das HDR Programm deiner Kamera

hoher Kontrastumfang
Helle Lichter und dunkle Schatten – der Kontrastumfang ist zu hoch, um mit einem gewöhnlichen JPEG aus der Kamera eingefangen zu werden

Viele Kameras bieten heutzutage ein integriertes HDR-Motivprogramm. Mit einem Klick auf den Auslöser nimmt die Kamera mehrere unterschiedlich belichtete Bilder auf und erzeugt daraus ein HDR-Bild. Auch ich habe bereits die HDR-Funktionen mehrerer Kameras getestet. Die Ergebnisse sind mal besser mal schlechter – aber niemals perfekt.

Ein großer Nachteil ist, dass der Tone-Mapping Prozess in der Kamera automatisch abläuft und dieser nicht beeinflusst werden kann!

Das fertige Bild steht meist nur als 8-bit JPEG Datei zur Verfügung! Somit sind auch die Möglichkeiten des Post-Processing stark eingeschränkt!

Perfekte HDR-Bilder werden am besten immer noch „per Hand” erstellt.

architektur hdrDerzeit kann ich den Einsatz von automatisierten HDR Motivprogrammen nicht empfehlen. Aber vielleicht sind zukünftige Kameragenerationen dazu in der Lage, die erstellten HDR-Bilder im RAW-Format auszugeben. Dann hätte man sozusagen eine Super-RAW-Datei, welche man in Lightroom entwickeln und in Photoshop nachbearbeiten könnte.

 

2. Stelle eine fixe Blende ein

Durch die Blende wird die Tiefenschärfe beeinflusst. Diese muss bei allen Bildern der HDR-Belichtungsreihe identisch sein um ein perfektes Ergebnis zu erhalten. Die Belichtungsreihe für HDR-Bilder erstellt man also am besten im Kameramodus Blendenwahl (=Zeitautomatik). Gekennzeichnet ist dieser Modus am Wahlrad meist mit dem Kürzel Av bzw. A.

 

3. Stelle den Weißabgleich manuell ein

HDR New York
New York – HDR Style

Nicht nur die Blende sollte in allen Bildern der Belichtungsreihe gleich sein, sondern auch der Weißabgleich. Zwar ändern die meisten Kameras den Weißabgleich innerhalb der Belichtungsreihe nicht, auf Nummer sicher geht man aber mit einem manuell eingestellten Weißabgleich.

Wenn man im RAW-Format fotografiert, könnte der Weißabgleich nachträglich natürlich verlustfrei angepasst werden. Diesen Arbeitsschritt kann man sich aber bei einem manuell eingestellten Weißabgleich sparen.

 

4. Verwende ein Stativ

stativ
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Gute HDR Programme können minimale Verwackelungen innerhalb der Belichtungsreihe ausgleichen. Bei ausreichend Licht und sehr kurzen Verschlusszeiten kann ein HDR-Bild dann auch mal „aus der Hand“ gelingen. Auf der sicheren Seite ist man aber immer noch mit einem Stativ.

Bei wenig Licht werden die Belichtungszeiten logischerweise länger und ein Stativ wird somit sowieso unerlässlich. Hat man kein Stativ dabei, kann man die Kamera natürlich auch auf einen festen Untergrund abstellen. Das funktioniert natürlich genauso gut, bringt aber Einschränkungen in Bezug auf die Bildgestaltung, da die Kamera nicht mittels Kugelkopf oder 3-Wege-Neiger ausgerichtet werden kann.

Aber unabhängig davon – ein Stativ gehört sowieso zur absoluten Pflichtausrüstung! In diesem Beitrag vergleiche ich 3 kompakte Reisestative miteinander.

 

5. Verwende den Selbstauslöser oder einen Fernauslöser

Damit man beim Drücken auf den Auslöser nicht gleich verwackelt, sollte man einen Fernauslöser verwenden. Dieser gehört (im Gegensatz zum Stativ) nicht unbedingt zur Pflichtausrüstung, denn der Selbstauslöser deiner Kamera leistet ebenso gute Dienste! Moderne Kameras verfügen teilweise über eine Fernsteuerung mittel Smartphone-App.

 

6. Wähle den kleinstmöglichen ISO-Wert

Höhere ISO-Werte führen zu unschönem Bildrauschen. Das ist natürlich kein HDR spezifisches Problem. Beim Tone-Mapping Prozess (in welchem das HDR-Bild sozusagen entwickelt wird) wird vorhandenes Bildrauschen aber weiter verstärkt. Vor allem bei einem kräftigen und farbsatten HDR-Look. Verwende so viel ISO wie unbedingt nötig, aber so wenig wie möglich!

 

7. Fotografiere im RAW-Modus

HDR bei SonnenuntergangModerne HDR Programme (zum Beispiel Photomatix Pro oder HDR projects) unterstützen natürlich auch das RAW-Format gängiger Kameras. Die unkomprimierte RAW-Datei enthält viel mehr Bilddetails als eine JPEG-Datei. Somit sollte man die Ausgangsbilder für ein perfektes HDR-Bild natürlich auch im RAW-Format erstellen.

Des Weiteren hat man im RAW-Format auch die Möglichkeit ein Pseudo-HDR aus einer einzelnen RAW-File zu erstellen.

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8. Nicht übertreiben beim Tone-Mapping

So viele Möglichkeiten! Wow! Den Regler bis zum Anschlag drehen… Naja weniger ist bekanntlich oft mehr! Und genauso verhält es sich beim Tone-Mapping.

In diesem Prozess wird das High-Dynamic-Range-Bild sozusagen entwickelt. Über diverse Regler und Einstellungen kann das Bildergebnis beeinflusst werden. Von natürlich bis surreal. Gerade Anfänger neigen dazu die Regler bis zum Anschlag zu drehen.

Was im ersten Moment faszinierend aussieht, ist auf den zweiten Blick oft nicht mehr ganz so toll!

Ein zu extremes Tone-Mapping verstärkt oder erzeugt auch typische Fehler wie Farbsäume und Bildrauschen.

hdr - high dynamik rangeVersteht mich bitte nicht falsch! Auch ich mag extreme, farbsatte und teils surreal anmutende HDR-Bilder. Allerdings gefallen mir diese Bilder nur dann, wenn sie auch gut und sauber gemacht wurden.

Lediglich die Regler beim Tone-Mapping bis zum Anschlag zu drehen, führt nicht automatisch zu einem sehr gutem und Ergebnis.

Man sollte das HDR-Bild besser nicht zu extrem entwickeln und dafür danach gezielte Anpassungen im Post-Processing vornehmen. Das bringt uns dann auch schon zum vorletzten Punkt…

 

9. Veredle dein HDR-Bild durch gezieltes Post-Prozessing

Post-Prozessing – klingt das cool? Neudeutsch, DEnglisch? Naja – eigentlich ist es Englisch und es bedeutet nichts anderes als Nachbearbeiten.

Cable Car in HDRFür ein perfektes Ergebnis kann bzw. sollte das HDR-Bild nach dem Tone-Mapping Prozess weiter nachbearbeitet werden. Dafür eignet sich ein Standard-Bildbearbeitungsprogramm wie zum Beispiel Photoshop CC, Photoshop Elements oder das kostenlose Programm GIMP.

Photoshop CC ist im Adobe Foto-Abo enthalten. Dieses enthält neben Photoshop auch Lightroom eine Cloud-Anbindung und diverse Apps. Wie du das Adobe Foto-Abo OHNE Abo nutzen kannst, erkläre ich dir in diesem Beitrag. Auch mit Lightroom können HDR-Bilder entwickelt werden.

Neben Bildbearbeitung welche das ganze Bild gleichermaßen beeinflusst (zum Beispiel Nachschärfen, Rauschreduzierung oder eine Kontrastanpassung) kann gerade das gezielte Anpassen von einzelnen Bereichen zu faszinierenden Ergebnissen führen. Beispiele hierfür wären die gezielte Erhöhung oder Reduktion der Farbsättigung in einigen Bildbereichen mittels des in Photoshop integrierten Schwamm-Werkzeug.

 

10. Mach nicht aus jedem Bild ein HDR

Die Überschrift sagt alles. Klingt nicht gerade nach einem hochwertigen oder besonders wertvollen Tipp? Naja da bin ich anderer Meinung! Vielleicht ist das sogar der beste Tipp von allen!

Gerade wenn man mit der HDR-Fotografie anfängt ist man wirklich begeistert – ja sogar euphorisiert von den vielen Möglichkeiten. Man möchte am liebsten ALLE Bilder mittels HDR-Technik umsetzen. Zumindest war es bei mir so!

Aber auch ich habe erkannt, dass nicht jedes Bild als HDR besser aussieht!

Des Weiteren lohnt sich der Einsatz der HDR-Technik auch nicht in jeder Fotoszene. Bei einem geringen Kontrastumfang ist eine Single-RAW Datei meist ausreichend, um alle Details durch eine gezielte RAW-Konvertierung wiederzugeben.

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3 Gedanken zu “HDR Fotografie: Meine 10 besten Tipps für perfekte HDR-Bilder

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