Systemkameras: 6 Nachteile gegenüber klassischen DSLRs

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Im letzten Beitrag bin ich auf die Vorteile von Systemkameras eingegangen. Als ganzheitliche Betrachtung zu diesem Thema ist es mir aber wichtig, auch auf mögliche Nachteile einzugehen.

An dem Punkt möchte ich nochmal anmerken, dass ich mit „Systemkamera“ natürlich spiegellose Kamerasysteme meine – schon klar dass eigentlich auch eine DSLR eine Systemkamera ist.

Jetzt aber zu den Nachteilen von Systemkameras gegenüber klassischen DSLRs

 

1. Zu kompakt?

Objektiv betrachtet ist die kompakte Bauart von Systemkameras natürlich ein Vorteil. Allerdings habe ich das Argument schon oft gehört, dass Leute mit großen Händen die größere Bauart von Spiegelreflexkameras bevorzugen. Für diese Personen ist die kompakte Bauart also eher ein Nachteil und genau deswegen möchte ich diesen Punkt auch hier anführen.

 

2. Objektive – Preis Leistung und Fremdhersteller

Das Objektivangebot von klassischen DSLRs wie etwa Nikon und Canon ist (zurzeit) noch deutlich größer. Auch das Angebot von Fremdherstellern wie Sigma, Tamron, etc.

Aber nicht nur das Angebot ist größer, sondern es gibt auch mehr gute Objektive zu mit einem sehr guten Preis-Leistungsverhältnis.

Zwar kann man DSLR-Objektive auch mittels Adapter an diversen Systemkameras nutzen, allerdings meist mit Geschwindigkeitseinbußen beim Autofokus. Außerdem wird der Vorteil der kompakten Bauart von Systemkameras dadurch auch wieder ein wenig eliminiert.

Keine Frage – die Adapter sind eine gute Sache, ganz kompensieren können sie das geringere Objektivangebot aber meiner Meinung nach nicht.

 

3. Objektive – Gebrauchtmarkt

Auch der Gebrauchtmarkt für Objektive ist bei klassischen DSLRs deutlich größer als bei Systemkameras. Dazu kommt noch, dass derzeit viele Fotografen von DSLRs auf Systemkameras umsteigen, was das Angebot zusätzlich erhöht und für noch günstigere Preise sorgt.

 

4. Sucher

Die immer höher auflösenden OLED-Sucher habe ich im Beitrag 4 Vorteile von Systemkameras gegenüber DSLRs als Vorteil aufgelistet.

Aber…

Nicht alle Systemkameras verfügen über einen Sucher. Bei manchen Modellen muss dieser als „Upgrade“ dazugekauft werden. Dies ist z.B. bei einigen Modellen der EOS M-Serie der Fall. Außerdem bevorzugen einige Fotografen nach wie vor einen optischen Sucher gegenüber einem OLED-Sucher.

 

5. Überhitzungsprobleme

Vor allem Sport- und Actionfotografen haben schon öfters von Überhitzungsproblemen bei Systemkameras berichtet. Auch im Videomodus werden die Kameras oft heiß. Gerade bei hohen Temperaturen (z.B. im Sommer) tritt diese Problem gelegentlich auf.

In vielen Fällen schaltet sich die Systemkamera dann selbstständig aus und man muss eine gewisse Zeit warten, bis sie wieder einsatzbereit ist. Bei einem Shooting ohne Backup-Kamera natürlich ein kleiner Supergau.

Warum ist das so? Und warum wird bei klassischen DSLRs kaum von Überhitzungsproblemen gesprochen?

Aufgrund des Spiegels in der Kamera haben klassische DSLRs mehr freien Raum. Dadurch kann Wärme die im Betrieb entsteht besser/schneller entweichen. Systemkameras sind kompakter gebaut und neigen daher eher zur Überhitzung als Spiegelreflexkameras.

 

6. Akkulaufzeit

Moderne Technik, Live View und vor allem OLED-Sucher fressen viel Strom. Gleichzeitig sind die Akkus von Systemkameras aufgrund der kompakten Bauart kleiner als jene von DSLRs.  Unterm Strich muss man bei einer Systemkamera also häufiger den Akku wechseln, als bei einer DSLR.

In meinen Augen ist die geringere Akkulaufzeit von Systemkameras gegenüber DSLRs nur ein kleiner Nachteil, da man ja einfach mehrere Akkus mitführen kann.

 

Ein Ausblick in die Zukunft

Ich persönlich nutze derzeit (noch) DSLR und Systemkamera parallel – je nach Einsatzzweck. Generell bin ich aber von Systemkameras sehr begeistert. Die Sony A6000 war mein Einstieg in die Welt der spiegellosen Kamerasysteme.

Das derzeit größte Problem sehe ich noch im Angebot und Preis-Leistungsverhältnis des Objektivmarkts. Ich glaube aber, dass sich mit zunehmender Beliebtheit von Systemkameras die Situation aber deutlich bessern wird und mehrere preiswerte „Prosumer“-Objektive auf den Markt kommen. Gerade Sigma  leistet hier schon gute Dienste. Erwähnen möchte ich an dieser Stelle das neue Sigma 30mm 1.4 für Sony E-Mount*. Hier stimmen die Qualität und der Preis. Das Objektiv ist auch für MFT verfügbar.

Andere Probleme bzw. Nachteile werden mit der Zeit sicherlich auch eliminiert werden. Gegen Überhitzungsprobleme könnten zum Beispiel „Heat-Pipes“ integriert werden, welche die warme Luft nach außen leiten.

Was ist deine Meinung zu diesem Thema? Schreibe doch ein Kommentar! Falls du es noch nicht gelesen hast, hier nochmal der Link zum Beitrag Systemkameras: 4 Vorteile gegenüber klassischen DSLRs.

Achja – auch auf YouTube habe ich zu diesem Thema Stellung genommen. Es würde mich wirklich freuen, wenn du meinen Kanal abonnierst.

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