Weitwinkel Objektive für E-Mount APS-C (Sony Alpha 6000, 6300, 5000) im Vergleich

weitwinkel e-mount aps-c

Als Sony vor einigen Jahren mit den NEX-Modellen und der sehr erfolgreichen A6000 die E-Mount Systemkameras am Markt etablierte, war das Objektivangebot teils noch sehr dürftig. Heute sieht das zum Glück ganz anders aus. Nicht nur Sony selbst hat neue Objektive released, auch Fremdhersteller sind in den Markt des Sony E-Mount Systems eingestiegen.

Auch im Weitwinkel bzw. Ultra-Weitwinkel Bereich hat man mittlerweile die Qual die Wahl. 6 interessante Modelle möchte ich dir in diesem Beitrag vorstellen.

 

Sigma 19mm f2,8 DN für Sony E-Mount

  • Brennweite: 19mm
  • Lichtstärke: 2.8
  • Bildstabilisator: nein
  • Filtergewinde: 44mm
  • Naheinstellungsgrenze:  20cm
  • Preis ca.: 160 Euro
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Mit 19mm ist das Sigma zwar kein extrem weitwinkeliges Objektiv, dennoch ist es hervorragend für die Landschaftsfotografie geeignet. Das erste Objektiv in diesem Vergleich ist noch dazu der Preis-Leistungssieger. Gerade einmal 160 Euro kostet die kompakte Festbrennweite von Sigma.

Neben den Sigma 19mm besitze ich auch das Sigma 30mm für E-Mount* und ich bin von der Qualität absolut überzeugt. Hier bekommt man deutlich mehr, als man es für den wirklich günstigen Preis erwarten würde!

Zwar verfügt das Objektiv über keinen Bildstabilisator, allerdings ist es mit einer Offenblende von 2,8 noch relativ lichtstark. Die Qualität ist bereits bei Offenblende mehr als respektabel. Landschaftsfotografen die ein günstiges Objektiv mit hervorragender Bildqualität suchen, können hier mit bestem Gewissen zugreifen!

Das Objektiv ist in schwarz sowie in silber erhältlich. Neben dem Sony E-Mount Bajonett, ist dieses Objektiv auch in einer Ausführung für Micro-Four-Thirds erhältlich. Achte beim Kauf also bitte darauf, dass du das richtige Objektivbajonett wählst.

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Sony SEL1018, Super-Weitwinkel-Zoom-Objektiv

  • Brennweite: 10-18mm
  • Lichtstärke: 4.0 (durchgehend)
  • Bildstabilisator: ja
  • Filtergewinde: 62mm
  • Naheinstellungsgrenze: 25cm
  • Preis ca.: 720 Euro
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Als nicht mehr wirklich preiswert kann das Sony SEL1018 Super-Weitwinkel-Zoomobjektiv bezeichnet werden. Dafür bietet es als einziges Objektiv in diesem Vergleich eine variable Brennweite von 10mm (= Ultra Weitwinkel) bis 18mm (Weitwinkel). Eine durchgehende Anfangsblende von F4.0 ist hierbei ein guter Wert. Günstige Zoom-Objektive verfügen meist nicht über die gleiche maximale Blendenöffnung über den gesamten Brennweiten-Bereich.

Die Bildqualität ist bereits mit Offenblende gut und wird mit zunehmendem Abblenden nochmals erhöht.

Zusammengefasst handelt es sich beim Sony SEL1018 um ein Premium-Zoomobjektiv. Das erkennt man auch am Preis: Mit gut 700 Euro ist dieses Objektiv nicht gerade ein Schnäppchen. Für ambitionierte Landschaftsfotografen wird sich die Investition dennoch lohnen – vor allem weil es mit 10 bis 18mm einen wirklich sehr interessanten Brennweiten-Bereich abdeckt. Auch ein Bildstabilisator ist mit an Bord, welcher wirklich hervorragende Dienste leistet.

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Walimex Pro 16mm 1:2,0 für Sony E-Mount

  • Brennweite: 16mm
  • Lichtstärke: 2.0
  • Bildstabilisator: nein
  • Filtergewinde: 77mm
  • Naheinstellungsgrenze: 20cm
  • Preis ca.: 450 Euro
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Die Marke Walimex wird gerade heutzutage von vielen Fotografen als „Geheimtipp“ gehandelt. Auch wenn der Ruf bzw. „Trust“ der Marke das Level von Sigma, Tamron und Co noch nicht ganz erreicht hat, bietet sie mittlerweile wirklich einige Objektive mit wirklich guter Abbildungsleistung. Dazu gehört zweifelsohne auch das Walimex Pro 16mm 1:2,0.

Mit 16mm liegt dieses Objektiv gerade noch nicht im Ultra-Weitwinkel-Bereich.

Bei diesem Objektiv muss die Blendenwahl sowie die Fokussierung am Objektiv vorgenommen werden. Es handelt sich hierbei also um ein manuelles Objektiv. Das Objektiv sendet also keine Daten an die Kamera.

Das mag nach einem großen Nachteil klingen, in der Praxis ist dieses Objektiv aber dennoch sehr einfach zu benutzen. Den Fokus kann man in den meisten Fällen einfach auch Unendlich einstellen und auch die Blende ist blitzschnell am Objektiv gewählt. Die Kamera berechnet die benötige Belichtungszeit – je nach gewähltem Modus- automatisch.

Obwohl es sich hierbei um ein manuelles Objektiv handelt, ist der Preis mit ca. 450 Euro nicht gerade ein Schnäppchen! Aber warum ist das so? Ganz einfach: Die Bildqualität des Objektivs ist grandios! Dazu kommt noch die sehr hohe Lichtstärke von 2,0. Verzeichnungen (Weitwinkel-Verzerrung) sind so gut wie nicht vorhanden und auch die Bildqualität ist bereits ab Offenblende bis in die Bildränder sehr gut.

Auch die Verarbeitung liegt auf High-End Niveau. Durch das robuste Metallgehäuse ist dieses Objektiv mit 575 Gramm allerdings auch nicht gerade leicht.

Somit relativiert sich der Preis wieder und man kann von einem wirklich fairen Preis-Leistungsverhältnis sprechen.

Für Leute die ausschließlich im Automatikmodus fotografieren möchten ist dieses Objektiv natürlich nicht geeignet. Auch im Videomodus wurde teilweise von Kompatibilitäts-Problemen berichtet. Wenn du aber hauptsächlich fotografierst, wirst du mit der Bildqualität von diesem Objektiv sicherlich deine Freude haben!

Dieses Objektiv ist für verschiedene Objektivanschlüsse erhältlich. Achte beim Kauf bitte auf die korrekte Wahl des Objektivbajonetts.

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Sony SEL16F28 Weitwinkel-Objektiv

  • Brennweite: 16mm
  • Lichtstärke: 2.8
  • Bildstabilisator: nein
  • Filtergewinde: 49mm
  • Naheinstellungsgrenze: 24cm
  • Preis ca.: 250 Euro
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Bleiben wir gleich bei 16mm Brennweite. Wir wechseln aber in ein anderes Preissegment: Mit rund 250 Euro ist das SEL16F28 relativ günstig. Die Festbrennweite verfügt über eine maximale Blendenöffnung von 2,8.

Der große Vorteil des SEL 16mm ist sicherlich die extrem kompakte Bauart im Pancake-Format. Die Sony Alpha 6000 passt mit diesem Objektiv locker in die Jackentasche.

Die kompakte Bauart bringt aber nicht nur Vorteile mit sich. Zumindest bei meinem Modell konnte mich die Bildqualität bei Offenblende nicht ganz überzeugen. Ich musste meist mindestens bis Blende 6.3 abblenden bis ich mit der Abbildungsleistung zufrieden war.

In der Praxis relativiert sich dieser Nachteil natürlich wieder ein wenig, da man in der Landschaftsfotografie in den meisten Fällen sowieso weiter Abblendet, um das Optimum an Schärfe und Tiefenschärfe rauszuholen.

Die Low-Light Performance konnte mich also nicht überzeugen, da die Bildqualität bei Offenblende für mich in den Rändern nicht ganz ausreichend war. Hier hilft nur der Einsatz eines Stativs oder man stellt die Kamera auf einem festen Untergrund ab.

Das SEL16F28 ist also ein Objektiv mit Stärken (kompakte Bauart und Gewicht) und daraus resultierenden Schwächen (Bildqualität bei Offenblende in den Rändern nicht perfekt). Das Preis-Leistungsverhältnis kann mit 250 Euro als fair, aber weder als gut noch als schlecht bezeichnet werden.

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Walimex Pro 12 mm 1:2,0 für Sony E-Mount

  • Brennweite: 12mm
  • Lichtstärke: 2.0
  • Bildstabilisator: nein
  • Filtergewinde: 67mm
  • Naheinstellungsgrenze: 20cm
  • Preis ca.: 390 Euro
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Mit dem Walimex Pro 12mm verhält es sich im Grunde gleich wie mit dem gerade beschriebenen Walimex Pro 16mm. Es handelt sich um ein manuelles Objektiv – Blendenwahl und Fokussierung wird am Objektiv selbst vorgenommen. Die benötigte Belichtungszeit berechnet die Kamera – je nach gewähltem Modus – selbst.

Mit 12mm Brennweit befindet sich dieses Objektiv im Ultra-Weitwinkel-Bereich.

Die Bildqualität kann absolut überzeugen – zudem ist das Objektiv mit einer Anfangsblende von F2,0 sehr lichtstark. Ein wenig abgeblendet ist die Bildschärfe wirklich grandios. Trotz großem Bildwinkel liegt die Bauart bedingte Verzerrung auf sehr gutem Niveau.

Interessanterweise ist dieses Objektiv trotz größerem Weitwinkel und ähnlich guter Bildqualität mit rund 390 Euro um rund 60 Euro günstiger als das Walimex Pro 16mm. Somit kann das Preis-Leistungsverhältnis als sehr gut bezeichnet werden.

Auch dieses Objektiv ist neben der Ausführung für Sony E-Mount auch wieder für diverse andere Kamerasysteme erhältlich. Ebenso kann es auch bei diesem Objektiv zu Problemen im Videomodus kommen. Es eignet sich somit als Foto- jedoch nicht als Videoobjektiv. Das Objektiv ist in schwarz oder silber erhältlich.

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Walimex Pro 10mm 1:2,8 für Sony E-Mount

  • Brennweite: 10mm
  • Lichtstärke: 2.8
  • Bildstabilisator: nein
  • Filtergewinde: nicht vorhanden
  • Naheinstellungsgrenze: 24mm
  • Preis ca.: 500 Euro
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Alle guten Dinge sind drei? Auch hierbei handelt es sich, wie bei den beiden anderen Walimex Pro Objektiven in diesem Vergleich, um ein komplett manuelles Objektiv. Blendenwahl und Fokussierung erfolgt auch hier direkt am Objektiv, und es werden keine elektronischen Daten an die Kamera gesendet.

Mit einer Brennweite von 10mm fängt dieses Objektiv einen unglaublichen Bildwinkel von 105,9 Grad ein. Bei dieser Brennweite kommt es häufig zu einer sehr starken (Bauart bedingten) Verzerrung in den Bildrändern.  Beim Walimex Pro 10mm hält sich diese Verzerrung allerdings stark in Grenzen und liegt – für diesen Brennweiten-Bereich – auf einem Top Niveau.

Ebenso kann die Abbildungsleistung – wie schon bei den anderen beiden Walimex-Objektiven absolut überzeugen. Mit Blende F2.8 ist dieses Objektiv sehr lichtstark, wenn auch nicht ganz auf dem Spitzen-Niveau des Walimex Pro 12 sowie des Walimex Pro 16mm.

Zusammengefasst handelt es sich beim Walimex Pro 10mm um einen verzeichnungsarmer Weitwinkel mit einer Bildqualität auf Top-Niveau.

Der Preis beträgt rund 500 Euro. Das Objektiv kann somit nicht als Schnäppchen bezeichnet werden, geht aber in Anbetracht der Qualität in Ordnung!

Leider ist die Gegenlichtblende fest verbaut und es können keine Objektivfilter angeschlossen werden. Angemerkt sei hierbei noch, dass der Einsatz eines  POL-Filter in diesem Brennweiten-Bereich nur wenig Sinn machen würde. Der Polarisierungs-Effekt würde aufgrund des hohen Bildwinkels in den meisten Fällen sehr ungleichmäßig auftreten.

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Fazit und meine Empfehlung

Für das Sony E-Mount Bajonett stehen im Weitwinkel-Bereich also hauptsächlich Festbrennweiten zur Verfügung. Hier hat man aber die Qual der Wahl!

Zwei Objektive aus diesem Vergleich möchte ich hier im Fazit aber nochmals hervorheben.

Das Sigma 19mm glänzt mit einem hervorragenden Preis-Leistungsverhältnis. Dabei wirkt es aber alles andere als billig. Die Verarbeitungsqualität ist hervorragend und auch die Bildqualität liegt auf einem sehr hohen Niveau. Zudem ist es auch noch relativ kompakt und leicht.

Zwar ist es mit 19mm nicht im Ultra-Weitwinkel Bereich angesiedelt, dafür kann der Preis von rund 160 Euro als echtes Schnäppchen bezeichnet werden.

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Das Walimex Pro 12mm ist mit rund 390 Euro zwar kein richtiges Schnäppchen mehr, bietet aber dennoch ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis. Das Ultra-Weitwinkelobjektiv zeichnet sich vor allem durch eine geringe Verzeichnung, eine sehr gute Bildqualität und einer sehr hohen Lichtstärke von F2.0 aus. Es handelt sich um ein komplett manuelles Objektiv, dennoch ist es in der Praxis relativ unkompliziert einsetzbar.

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Wie einfach man ein manuelles Objektiv in der Praxis nutzen kann, habe ich unter anderem in diesem Beitrag beschrieben: Minolta Rokkor MD 50mm 1.4 an der Sony Alpha 6000 (Review und Testbilder)

Im Weitwinkel-Bereich ist der Einsatz meist noch unkomplizierter, da man in vielen Fällen einfach nur auf Unendlich scharf stellen muss.

 

Weitwinkel-Objektive eignen sich perfekt für die Landschafts- und Städtefotografie. In meinem Beitrag Städte fotografieren – 11 Tipps für bessere Bilder findest du weitere Tipps dazu.

Auch interessant: Reisezoom-Objektive Vergleich für die Sony Alpha 6000, 6300, 5000 und NEX.

 

Welches Weitwinkel-Objektiv ist dein Favorit? Schreib es doch einfach in die Komentare – ich würde mich freuen!

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