Städte fotografieren: 11 Tipps für bessere Bilder

Städte_fotografieren

Ich fotografiere sehr gerne Städte. Urbane Landschaften finde ich einfach faszinierend und keine Stadt gleicht der nächsten. Egal ob Megametropole oder beschauliche Barockstadt – überall gibt es spannende Ecken und faszinierende Blickwinkel.

In den letzten Jahren habe ich so einige Städtetrips unternommen. Mit diesen 11 Tipps möchte ich meine Erfahrungen in kompakter Art und Weise an dich weitergeben. Und natürlich gibt`s auch einige Impressionen….

 

1. Die richtige Ausrüstung

Früher hatte ich immer sehr viel Ausrüstung bei meinen Städtetrips dabei. DSLR Kamera plus mehrere Objektive, Stativ, Reserveakku, Blitzgerät, Filter…

Das Equipment füllte einen ganzen Rucksack und wog einige Kilo. Dies führte dazu, dass ich große Teile meiner Ausrüstung dann immer im Hotel zurück ließ, da ich keine Lust mehr auf die ganze Schlepperei hatte…

 

Heute sieht das anders aus. Ich habe meine Ausrüstung bei Städtetrips stark reduziert. Bei meinem letzten Trip nach New York hatte ich lediglich meine Sony Alpha 6000 + 3 Objektive + Reserveakku + Reisestativ dabei. Angenehm.

 

Ich habe also erkannt, dass es wichtig ist, die Ausrüstung auf ein Minimum zu reduzieren. Eine kleine Ausrüstung ist komfortabler und einfacher im Handling. Eine Systemkamera ist natürlich für Städtetrips absolut ideal. Ich persönlich fotografiere sehr gerne mit der Sony Alpha 6000*.

Aber auch professionelle Kompaktkameras wie zum Beispiel die Canon Powershot G7 X* oder Sony DSC-RX-100 III* sind bestens für die Städtefotografie geeignet.

Ein Hauch von Nostalgie: Minolta Rokkor MD 50mm 1.4 an der Sony Alpha 6000 Systemkamera

Die perfekte Kamera für unterwegs? Sony Alpha 6000

Ein Weiteres Must-Have ist natürlich ein Zweit-Akku und ein kompaktes Dreibein-Stativ. Meine Erfahrungen dazu habe ich im Bericht: Reisestativ Vergleich – meine Erfahrungen – meine Empfehlung festgehalten.

Kommen wir zu den Objektiven. Ich besitze KEIN Reise-Zoomobjektiv. Natürlich gibt es heutzutage qualitativ hochwertige Superzooms die einen enormen Brennweitenbereich von Weitwinkel bis Tele abdecken. Jedoch fehlt mir der Ultra-Weitwinkel Bereich.

Ein Ultra-Weitwinkel ist für mich persönlich ein Must-Have in der Städtefotografie. Im Zweifel würde ich nur zwei Objektive mitnehmen: Ultra-Weitwinkel und Standard-Kit bzw. Standard-Zoomobjektiv. Hier fehlt zwar der Telebereich, aber bei den hohen Auflösungen moderner Kameras kann Tele teilweise durch nachträglichen Bildbeschnitt (Crop) kompensiert werden.

In diesem Beitrag findest du Weitwinkel Objektive für E-Mount APS-C (Sony Alpha 6000, 6300, 5000) im Vergleich

 

Mein Fazit zum Thema Ausrüstung: Weniger ist mehr und Ultra-Weitwinkel ist Pflicht!

 

Auch über Backup solltest du dir Gedanken machen. Ich persönlich speichere die Bilder meist abends im Hotel auf meinem Notebook ab und belasse sie trotzdem auf der Speicherkarte. Eine 100%ige Sicherheit bietet aber natürlich nur ein online Online-Backup der Bilder. Dazu kannst du auch kostenlose Dienste wie Dropbox etc. nutzen.

Ein weiterer Trick ist es, mehrere SDHC Speicherkarten zu verwenden, da der Verlust beim Defekt einer Karte somit im Rahmen bleibt.

 

2.Vorbereitung und Recherche

Ich habe es mir angewöhnt, vor einem Städtetrip im Internet zu recherchieren. Dabei halte ich vor allem nach erhöhten Standpunkten Ausschau. Eine einfache Google-Bilder-Suche bringt meist schnelle Resultate.

Des Weiteren findet man speziell in Foto-Portalen wie Flickr und Co unzählige Bilder mit Geotagging. Somit sieht man sofort von wo ein Bild gemacht wurde und kann sich Anregungen holen.

Das kostenlose Online-Tool Sun-Calc kann dir helfen, den Zeitpunkt von besonderen Lichtstimmungen vorab zu berechnen. Mehr darüber findest du im Beitrag: Ein kostenloses Tool, dass du als Landschaftsfotograf unbedingt kennen solltest: Suncalc

suncalc

Eine kurze Vorbereitung inklusive ein paar Notizen kann dir bei der Städtefotografie in jedem Fall weiterhelfen.

 

3. Erhöhter Standpunkt

Ein erhöhter Standpunkt ist wohl einer der besten Perspektiven in der Städte-Fotografie.

Erhöhte Standpunkte findet man in jeder Stadt: Aussichtsplattformen, Kirchtürme, Stadtberge, Hotels

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Die Innenstadt von Florenz – Der Dom diente als erhöhter Standpunkt

Ich versuche immer mindestens zwei Arten von erhöhten Standpunkten zu finden: Zentrale und periphere Standpunkte.

Standpunkte im Stadtzentrum ermöglichen einen Blick auf den Trubel und den „Puls“ der Stadt. Weiter entfernte Standpunkte (zum Beispiel am Stadtrand) ermöglichen oft einen außergewöhnlichen Blick auf die gesamte Skyline.

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Salzburg – vom Mönchsberg aus fotografiert

 

4. Die richtige Perspektive finden

Auch wenn die Vogelperspektive zu meinen absoluten Favoriten zählt, gibt es natürlich viele andere interessante Blickwinkel. Ich mache zum Beispiel auch viele Bilder in einer sehr niedrigen Perspektive. Dabei stelle ich dir Kamera meist mit einem Bohnensack* am Boden ab.

Auch bewusst schräg aufgenommene Bilder können zu atemberaubenden Ergebnissen führen. Deine Kreativität ist hierbei gefragt.

Mache jedoch bitte nicht nur Bilder aus der Standard „Kopf-Perspektive“. Das kann schnell Langweilig wirken.

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Fotografiere auch mal von unten nach oben

 

5. Die richtige Lichtstimmung einfangen

Natürlich ist es gut wenn du vorab schon tolle Fotoplätze recherchiert hast. Jedoch solltest du nicht nur am richtigen Ort sein. Du solltest zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein!

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Morgenstimmung in New-York

Eine Skyline fotografierst du am besten in der blauen Stunde wenn die Lichter der Stadt bereits erleuchtet sind. Wie ich bereits erwähnt habe, kannst du mittels Suncalc die genaue Uhrzeit von unterschiedlichen Lichtstimmungen vorausberechnen.

 

6.Interessante Gebäude abseits der Sehenswürdigkeiten

Nicht nur Top Sehenswürdigkeiten sind interessant. In jeder Stadt findest du viele interessante Gebäude und Ecken.

Fokussiere dich also nicht nur auf bekannte Gebäude oder Wahrzeichen. Schärfe deinen Blick für das ungewöhnliche und halte die Augen offen!

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Mystisch – aber unbekannt ;-)

 

7. Bekannte Gebäude in neuen Blickwinkel fotografieren

Wenn du in Paris bist, wirst du sicherlich auch den Eiffelturm fotografieren. Jeder fotografiert den Eiffelturm. Solche Bilder wurden also schon millionenfach gemacht und wirken alleine deshalb schon oft ein wenig abgedroschen.

Versuche Sehenswürdigkeiten und bekannte Gebäude in einem neuen, ungewöhnlichen Blickwinkel zu fotografieren. So kannst du auch millionenfach fotografierte Gebäude interessant in Szene setzen.

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Das Empire-State-Building mal aus einer ungewöhnlichen Perspektive fotografiert

 

8. Bewegungen einfangen

Eine Stadt pulsiert. Diesen Puls der Stadt solltest du in einigen deiner Bilder einfangen. Mittels Langzeitbelichtung verwandeln sich Autolichter, Busse und U-Bahnen in Farbstreifen.

Somit kannst du Bewegungen einfangen und darstellen.

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Brooklyn Bridge New York – Die Autos werden durch die Langzeitbelichtung zu Lichtstreifen

 

9. Gestaltungsregeln anwenden

Jaja wieder das Thema. Gestaltungsregeln. Mein Motto in Bezug auf die Fotografie lautet – erlaubt ist was gefällt. Fotografie muss sich keineswegs an irgendwelche Regeln halten.

Dennoch sind die allseits bekannten Techniken zur Bildgestaltung in vielen Situationen sehr hilfreich. Vor allem die einfache Drittel-Regel (1/3 Horizont – 2/3 Land – oder umgekehrt) wende ich sehr oft an.

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Einfacher Bildaufbau mittels Drittel-Regel

Auch ein Bildaufbau mit Vordergrund – Mittelgrund und Hintergrund kann die helfen deine Bilder zu verbessern. Des Weiteren wirkt es oft interessant, wenn du das Hauptmotiv seitlich – nicht mittig im Bild platzierst.

Weitere Tipps zum Thema Bildgestaltung findest du im Beitrag – 7 Gründe warum dieses Bild funktioniert.

bildgestaltung

 

10. Schlechtes Wetter – Detailaufnahmen

Schlechtes Wetter – grau in grau? Ja das wünscht man sich natürlich nicht. Kommt aber leider oft vor. Na gut – die Umstände können wir sowieso nicht ändern.

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Geköpft

Wenn die Stadt nicht gerade im schönsten Licht erstrahlt, kannst du dich mehr auf Details und Architektur konzentrieren. Auch tolle schwarz-weiß Bilder können an grauen Tagen entstehen.

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11. Schlechtes Wetter – Go Underground oder Indoor

U-Bahnen nutzen wir vor allem um von einem Ort zum nächsten zu gelangen. Aber auch U-Bahn Stationen können interessante Ecken und Fotomotive bereithalten.

Mache doch einfach mal eine Langzeitbelichtung von einer in die Station einfahrenden Bahn.

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Einfahrende U-Bahn

Natürlich verfügt nicht jede Stadt über eine praktische U-Bahn. Bei schlechtem Wetter gibt es aber meist unzählige Indoor-Plätze, die tolle Fotomotive bereithalten.

Kirchen, Markthallen, Bahnhofshallen, Museen oder architektonisch interessante Einkaufszentren könnten sich ebenfalls als tolle Foto-Location herausstellen.

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Hauptbahnhof Salzburg

Hast du noch weitere Tipps auf Lager? Schreib doch ein Kommentar!

 

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5 Antworten

  1. Helmut sagt:

    Meine Anerkennung für die beeindruckenden Bilder. Gute Zusammenfassung.

  2. Lorenz sagt:

    Super Zusammenfassung!

    Ich suche aktuell ein Ultra-Weitwinkel für meine Alpha5100. Kannst du da etwas empfehlen?

    Danke! VG

    • Top ist natürlich das Sony SEL 1018 Weitwinkel-Zoom. Ist aber ziemlich teuer. Eine günstige Alternative ist das SEL 16mm + Ultraweitwinkel-Konverter. Tests zu dieser Kombi findest du hier auf der Webseite, bzw. auf meinem Youtube Kanal.

  3. Jürgen PM sagt:

    Hallo,
    ich bin durch deinen Beitrag über die Anfängerfehler bei Google+ auf diese Seite aufmerksam geworden. Deine Tipps für das fotografieren von Städten kann ich voll zustimmen. Viele Fotografen, ob nun Anfänger oder Fortgeschrittene, kommen oft gar nicht auf die einfachsten Ideen. Das kenne ich von meinen Anfängen.
    Diese Tipps von dir sind schon ein sehr guter Weg. An dieser Stelle bedanke ich mich auch mal dafür, dass du so viele Informationen zu Verfügung stellst.

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